Eigentlich, so denkt man ja oft, gehört zu einem richtigen Brautkleid einfach dieser meterlange Tülltraum dazu, der feierlich hinter der Heiratenden hergezogen wird. Man kennt das halt so aus Filmen und von königlichen Hochzeiten. Aber mal ehrlich: Muss das denn wirklich immer so sein? Wer genauer hinschaut, merkt ziemlich schnell, dass es gar kein ungeschriebenes Gesetz für maximale Stoffmassen gibt. Ganz im Gegenteil, manchmal ist weniger eben einfach deutlich mehr. Besonders ein kurzer Brautschleier hat in den letzten Jahren irgendwie völlig zu Recht ein kleines Comeback gefeiert. Früher galt er vielleicht manch einem noch als zu unkonservativ, doch heute wirkt er vor allem eines: verdammt erfrischend. Während die klassische Kapellenlänge zwar nach wie vor ihren glamourösen Auftritt hat, stolpert man bei bodenlangen Varianten eben doch verdammt oft über den eigenen Saum – oder wird im Laufe des Abends von feiernden Gästen fast unabsichtlich darauf festgetreten. Wer stattdessen zu einer kürzeren Variante greift, merkt sofort den Unterschied. Da weht plötzlich eine gewisse Leichtigkeit um die Nase, die verdammt gut tut. Ob frech-wuchtiger Birdcage-Voilett für den echten Vintage-Look oder ein luftiger, wadenlanger Tüll, der fröhlich bei jedem Schritt mitschwingt: Man kann sich damit einfach frei bewegen, ohne ständig Panik zu haben, dass gleich der halbe Kopfschmuck abreißt. Am Ende geht es ja schließlich um die eigene Bequemlichkeit und darum, sich an diesem großen Tag absolut wohlzufühlen – ganz egal, wie viele Zentimeter Stoff nun genau hinter einem herwehen.
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